Da steh ich nun. In der U-Bahn. Gleich im zweiten Wagen rechts neben der Tür. In der Hand eine Einkaufstasche. Gefüllt mit allerlei Leckereien, aus denen man prima Essen zubereiten könnte, wenn man es könnte.
Mir schräg gegenüber steht sie. Eine Erscheinung. Ein Wesen vom anderen Stadtbezirk. Aus der Zukunft, der Gegenwart, und auf jedem Fall aus dem Ort der schönen Frauen. In meinem Hirn setzt eine Rotation ein. Erst langsam, dann, wie sollte es anders sein, immer schneller. Das Wortkarussell kommt mächtig ich Fahrt. Immer mit der Hoffnung, das es die Worte hervorbringt, die kurz danach meinen Körper verlassen um gegenüber an diesem Wesen anzukommen. Sie sollen dort aber nicht nur ankommen, sondern eindringen. Sie sollen sie erreichen, verzaubern, in meinen Bann ziehen. Auf jeden Fall aber in meine Küche. Immerhin bin ich auf dem Weg nach Hause. Sollte sie nichts dringendes vorhaben, könnten wir uns zusammen über den Inhalt meiner Einkaufstasche hermachen. Ihn Zerhacken, kleinschneiden, würzen, anbraten, garen, kochen, probieren, nachwürzen, weiterkochen, wegwerfen, neubeginnen und irgendwann essen.Wir würden uns gegenübersitzen sitzen. Geniessen im zarten Licht einer Kerze, die ich für solche Notfälle immer in greifbaren Nähe zur Küche positioniert habe. Uns tief in die Augen schauen. Und uns hemmungslos in einander verlieben. Nach dem Essen werden wir in einem unglaublichen Tempo die Teller beiseite schieben um den Nachtisch zu geniessen. Das sagt mir , das ich intuitiv wieder mal das richtige getan habe. Es ist immer gut ein paar Lebensmittel mit sich herumzutragen, egal was man gerade in der Stadt macht. So hat man immer einen guten Grund ein solch bezauberndes Wesen von sich zu überzeugen und sie zum Kochduell herauszufordern. Ganz wichtig ist, das sich mindestens ein bis zwei Porreestangen aus der Tüte gucken läßt. Das hab ich schon ein paar mal gesehen. Bringt so ein Gefühl von Frische und gesunder Ernährung. Die Tomaten, die ich zwar überhaupt nicht esse, kurz daneben präsentieren. Für den Kontrast. Ganz wichtig, irgend so ein vor kurzem noch als Unkraut bekanntes, inzwischen mit exotisch Namen geadeltes Salatzubehör muß sich weit oben in der Tüte befinden!
Der Nachteil der Geschichte: Wenn ich unterwegs keine Frau mit zum Essen mitnehmen kann, fliegt die Hälfte der Einkäufe direkt aus der Tasche in den Müll, oder aber ich ziehe morgen schon mit halbvollen Einkaufstaschen los.Sonst gibt es auch wenige Dinge, die Mann vom Einkaufen mit nach Hause nehmen kann, die auch für Frau faszinierend sind, so das man gleich mal in Gespräch kommen könnte. Neue Technikspielzeuge haben in der Frauenwelt leider nur eine kleinere Zielgruppe. Und wenn, dann sollte es auch schon was sein womit man wenigstens etwas Eindruck schinden könnte. Wenn also neues Notebook, dann möglichst nicht das Modell vom Discounter. Eher was wo auch Frauen schon mal einen neidvoll bewundernden Blick aufsetzen. Lampen zum Beispiel. Schön schlicht. Zeitlos. Und nicht vom Kaffeeröster. Klamottenkäufe können immerhin von etwas Geschmack berichten. Also ist es auch hier ratsamer die Tragetaschen von Kik, Zeeman und Konsorten gegen die von P&C, wenigstens aber die von H&M auszutauschen. Ganz doll leid tun mir immer die Männer, die Ihre Monatspackung Klopapier unterm Arm nach Hause tragen. Hierbei ist es völlig egal ob vom Discounter oder die Edelversion mit besonderen Duft. Ich hab noch nie eine Frau gesehen, die sich einen Mann geangelt hat, mit dem Satz: „Also bei dir, da möchte ich dringend mal das Klopapier ausprobieren!“ Andererseits. Wenn es ein beschissener Abend wird - Papier is genug da.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
