Die Bühne des Lebens. Meines Lebens. Ruhig liegt sie da. Spärlich beleuchtet. Ein paar Spots verdrängen hier und da die Dunkelheit, ohne Akzente zu setzen. Viel passiert nicht auf ihr. Hin und wieder ein kurzes Gastspiel, welches das Leben dort gibt. So zieht sich da schon seit Jahren hin. Mal mehr, mal weniger spannend. Mal mehr, mal weniger aufregend. Mal mehr, mal weniger Langweilig.
Bis zu diesem einen jenen Tag.
Die Türen öffnen sich. Die Scheinwerfer geben alles was sie können. Ein roter Teppich lag plötzlich da. Niemand hat ihn ausgerollt. Nein, nicht mal im Fundus hatte ich ein solches Ding! Aber er lag da. Rot. Tiefrot. Nicht ein einziger Fussel steckte zwischen seine Fasern.
Und dann kam sie. Als wenn die Scheinwerfer nicht genug Licht gaben! Ein strahlendes Wesen betritt den Saal. Engelsgleiche Gestalt. Ihr Haar bewegt sich sanft durch einen Luftzug der ihr entgegenweht. Auf einem nicht sichtbaren Band glitt sie der Bühne entgegen. Und dann steht sie da. Eine Lichtgestalt. Ihre leuchtenden Augen tasten den Saal wie Suchscheinwerfer ab. Die Lichtshow war beeindruckend!
Ich rettete mich durch einen kühnen Sprung hinter die Säule, die mir am nächsten stand. Jeder wird sich jetzt fragen warum. Zu aller erst ich! Ich liege hinter der Säule und frage mich was ich hier mache.
Es gibt auf meiner Bühne endlich mal ein phantastisches Programm und bin so blöd und schau es mir nicht an.
Stellt sich mir nur die Frage nach dem Warum, Wieso, Weshalb und so wie so? Das einzige was sich mir nicht in den Weg stellt, ist eine eindeutige Antwort.
Doch gehen wir die Varianten mal einzeln durch. Ich bin zu blöd eine Frau, eine, die auch noch in mein Zielgebiet rennt, die ungeheuer gut aussieht, die mir gefällt, von der ich Nächte-, Monate-, Jahrelang geträumt, die mich vor Ehrfurcht erschaudern läßt, die mich durch bloße Anwesenheit den Kopf verlieren läßt, anzusprechen. Weil genau da werfen sich die nächsten Fragen auf. Was soll ich ihr den an den Kopf werfen? Das sie gut aussieht? Sorry, aber das weiß sie hundertprozentig schon. Und wenn ich mir das Bild vorstelle: Ich sabbernd, mit weichen Knien vor ihr. Lauthals rumstammelnd. Ich glaube ich würde keinen klar verständlichen Satz herausbringen. Und wenn dann würde ich wahrscheinlich „wwwssssmmffffff bbbbbssssssssssssss ffffffffffrrrrrrrrrrrrrraaaaammmmmmm ddddddddsssssss“ sagen und nebenbei siebenundzwanzig Liter Sabber absabbern.
Ich glaub, ich bleib hier liegen und warte das es vorbei geht.
So lange bis ich mich richtig darüber ärgern kann, das ich es so entschieden habe. Und an schließend warte ich darauf, das die Situation wiederkommt. So hab ich die nächsten zig Jahre wenigstens was, auf das ich mich freuen kann.

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