Massen ziehen durch die Strassen und Konsumtempel. Immer auf der Suche, auf der Jagd. Die verzweifelte Einfallslosigkeit ist der Motor, der sie nicht aufhören lässt mit ihrem Streben, ihrem Tun, ihrer Hast.
Da werden Konten, Läden und Discounter geplündert und abgegrast. In ihren Wohnungen stapeln sich nutzlose und hässliche Dinge. Manche sind auch hässlich und nutzlos. Andere wiederum sind der völlige Schwachsinn. Funktionsentleerte Dinge zum hinter den Schrank packen oder tief im Keller vergraben.
Die Jäger des Tinnef sitzen mit Stolz geschwellter Brust in ihren Eroberungen und versuchen in dilettantischer Art und Weise den Krempel wenigstens halbwegs ansehnlich zu verpacken, m den der sich über den Inhalt freuen soll, auch gleich noch eine zum überlaufen neigende Papiertonne zu bescheren. Diese Vorhaben wird zweifellos gelingen.
Schade eigentlich, das man sich nicht die verpackten Geschenke aufhebt. So hat man das ganze Jahr etwas über etwas, über das man sich amüsieren kann, ohne zu ahnen, welch grausige Gedanken dem Schenker durch den Kopf gegangen sind als er sich eben für diesen Inhalt entschieden hat. Welch kruden Gehirnwindungen dort Blitze abgesondert haben, soll auf ewig ein Geheimnis.
So bleibt es stehen, dieses papierne Zeugnis dessen, das es all die Jahre wieder Weihnachten gibt.

In diesem Sinne, es ist der zweite Advent, laßt uns den zweiten Baum anzünden!

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