Noch ein paar Tage, dann hat der Spuk ein Ende. Bis dahin können sich Erzkonservative und Ultratraditionalisten wieder in den Haaren liegen, wenn es um die Heiligen-Abend-Auftafelungs-Frage geht. Gans gegen Kartoffelsalat.
Der eine überlegt seit Monaten, welchen Gänseschlachter er dieses Jahr sein Vertrauen schenkt. Lidl, Aldi, Plus, Netto oder diesmal, doch die guten Sachen aus einem Nicht-Discount-Supermarkt. Erst mal losziehen, um die dort angebotenen Exemplare in den Kühltruhen zu betrachen, zu befingern und sinnlos anzugrabschen. Und dann steht er daheim in seiner Küche und zelebriert Zeremonien, die er selber nicht versteht. Das Tier wird Solariumsferig gemacht. Da die Sache mit dem koordinierten Kochbuch- und Uhrlesen auch dieses Jahr nicht funktioniert, wird sich das Flügeltier auf einen langen, langen, langen Besuch dort einrichten müssen. Als Rache dafür, hat sie sich über die Zeit schwarz geärgert und reagiert äußerst trocken auf alles.
Die Fraktion der Kartoffelpampenliebhaber versucht kreativ zu werden. (An dieser Stelle sollte es jeder mit der Angst zu tun bekommen und schon mal die Notfallversorgung durch Fertiggematsche sicherstellen.) Er schnippelt diverse Dinge in seine Riesenschüssel. Gürkchen, Zwiebelchen, Möhrchen, Erbschen, Kartöffelchen, Fingerchen und was weiß ich nicht noch alles. Ganz zum Schluß dekoriert er das was er vor sich hat mit Mayonnaise oder ähnlichem. Das Ganze erweckt inzwischen den Anschein, als wenn er den Inhalt einer Biotonne auftafeln möchte.
Guten Appetit!
Ich werde einfach meinen Kühlschrank öffnen und mich überraschen lassen, was ich mir schönes da hineingekauft habe. Anschließend werde ich mir alkoholische Getränke zuführen, bis ich besinnungslos unter dem nicht vorhandenen Weihnachtsbaum liege. Und wenn alles gut geht, werde ich am 27. wieder zu mir kommen.
In diesem Sinne, es ist der vierte Advent, laßt uns den vierten Baum anzünden!
Aufgrund ungeklärter Entfernungsverhältnisse und Kontaktmöglichkeiten werde ich einen Bonusbaum abfackeln.
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da kommt ein wenig freude auf, dass es in elf monaten eine erneute gelegenheit gebe ungeklärte entfernungsverhältnsse zu klären, da der nächste advent vor aller türen stehen wird.