Der Tag beginnt wie einer von vielen. Wecker. Kaffee. Dusche. Losgehen. Wie immer mit einem kleinen Stücken Zeit in Reserve. Man, also ich, möchte ja früh keine Hektik. So kann ich in aller Ruhe den Geldautomaten plündern bevor der Tag beginnt. Kann manchmal ganz praktisch sein, dieses Bargeld. Kurz bevor ich diese Finanzmittelausgabedingsbums erreiche, stelle ich fest, das ich das Kommunikationsgerät, neudeutsch Handy, auf dem Küchentisch habe liegen lassen. Nicht so schlimm. Oder doch? Immerhin trage ich seit einiger Zeit keine Armbanduhr. So stellt dieses Mobiltelefon eine Alternative dar. Also wird beschlossen die Zeitreserve dafür zu nutzen, einen kleinen Umweg einzulegen. Ab wieder nach Hause. Um diese Zeit auch mal was anderes! Beschlossen und Verkündet. Umgedreht und los. Schnellen Schrittes fliegt der Weg unter mir hinfort. Meter um Meter. Stein um Stein. Atemzug um Atemzug. Immer schneller.
Schlüssel raus. Tür auf. Rein. Telefon greifen. Raus. Tür Zu. Schlüssel einstecken. Alles Eins.
Die Zeit, die jetzt wieder sichtbar ist, rennt. Ich beschließe Neues. Diesmal alternative Routen auf dem Weg zur Arbeit. Galant und zielstrebig schlage ich den Weg Richtung U-Bahn ein. Die Stufen hinab.
Drei Minuten soll ich warten müssen verrät mir die Anzeige. Drei endlos lange Minuten.
Mein Blick irrt ziellos durch den Bahnhof. Und bleibt dann hängen. An einem Lächeln. An einem strahlenden Lächeln. An einem strahlenden Lächeln einer jungen Frau. Durch mein Gesicht zieht ein Lächeln. Es fliegt zurück. Und wieder. Und wieder. und wieder. Es gelingt mir meinen Blick kurzzeitig in andere Richtungen zu lenken. Kurzzeitig. Sehr Kurzzeitig. Immer wieder fällt er zurück. Und wird ständig erwidert. Kann ein Tag schöner beginnen? Die Sekunden nehmen Geschwindigkeit auf. Schneller, immer schneller. Die Bahn in die Gegenrichtung fährt ein. Das Lächeln entschwindet durch eine Tür in diese Bahn. Immernoch ist es in meinem Blickfeld. Rasch, kurz vor dem Signal zur Abfahrt wechselt ein weiteres Lächeln den Besitzer. Noch ein Blick. Unfähig auch nur irgendwie zu reagieren entschwindet die Bahn in die Dunkelheit. Sie fährt. Und ich stehe da.
Noch eine lange Minute. Dann kommt meine Bahn. Ich steige ein und die Fahrt beginnt. In die richtige Richtung. Und doch irgendwie in die Falsche!
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen Tag schön werden lassen!

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