So, es ist wieder Sonntag. Einer von vielen. Einer von diesen. Von diesen Sonntagen, von denen es zuviele gibt.
Einer von denen, an denen man aufsteht, weil man einfach immer aufsteht. Einfach nur so. Wie so ein ungeschriebenes Gesetz.
Nach dem Wachwerden kommt irgendwann das Aufstehen. Anschließend ein irgendwie geartetes Frühstück. Danach könnte der Tag losgehen.
Aber der Tag geht nicht los. Nein! Er liegt so ganz ruhig über der Zeit und wartet auf irgendwas. Irgendwen. Oder was weiß ich denn? Anscheinend nur nicht auf mich. Ganz im Gegenteil.
Es kommt mir so in den Sinn, das er, der Tag, mir die ganze Energie für eben diesen entzieht.
Antriebslos sitze ich mit mir am Tisch. Ein Bissen nach dem anderen verschwindet lustlos in mir. Geschmacklos lasse ich Kaffee hinterher fließen. Teilnahmslos betrachte ich mich dabei. Aber ich erkenne mich nicht in mir. Irgendjemand sitzt an meinem Tisch. Sitz auf meinem Tag. Sitzt auf mir und meiner Zeit. Er frühstückt meine Energie. Meinen Elan. Meinen Antrieb.
Er ist dabei mich zu verspeisen.
Komplett. Restlos. Atemlos.
Ich sehe mir wie gelähmt dabei zu, wie ich mich vernichte.
Ich kann nicht aufhören.
Nicht mit dem Zusehen.
Nicht mit dem Dasitzen.
Nicht mit dem Essen.

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