Scheiß Morgen. Erst hab ich fast verschlafen, dann ist mir auch noch der Kaffee in der Maschine angebrannt. Egal. Duschen und anziehen hat problemlos funktioniert. Raus aus der Tür. Tür zu. Schlüssel rumgedreht. ab in die Tasche damit und ab mit mir zur U-Bahn. Die Stufen wie immer im Steilflug nach unten, nur um die Rücklichter der Bahn noch zu sehen. also heißt es warten. der Bahnsteig füllt sich mit allerlei komischen Volk. Ich mitten drin. im komischen Volk. ich muß da jetzt durch. aber erst mal in die Bahn rein. Wenn sie denn kommt. aber das wird sie in 11 Minuten tun. steht da. Immer mehr komisches Volk kommt. Entdecke schon den unvermeidlichen Strassenfegerverkäufer nur echt mit Hund natürlich. und irgendwas das aussieht als würde es meinen Fahrschein in Augenschein nehmen wollen. lassen wir uns mal überraschen was uns heute so fürs Fahrgeld geboten wird. Die bahn kommt. Türen auf. Leute raus. Leute rein. ich mit. Stelle mich gemütlich schräg wie immer an die Tür, da kann ich mich wenigstens anlehnen. habe die Nacht nicht allzu gut und lange geschlafen. keine Ahnung warum. war zwar Vollmond, aber keine Haare im Bett gefunden. Der Hund mit der Zeitung inne Fresse schleicht sich durch die Massen. Der mit den Zeitungen auf dem Arm und mit immer dem selben Standardspruch kommt hinterher. Ich will nichts lesen. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht heute. Will nur meine Ruhe haben. Der Hund ist inzwischen wieder außer Sichtweite. Der gutaussehende Jüngling mit dem Zeitungsstapel auch. Die Damen des Kontrollgeschwaders kommen dafür vielleicht noch. Ah ja. Da sind sie auch schon. Die eine stellt sich mitten in den Gang, die andere ist schon ein paar Türen weiter gegangen. Damit auch ja keiner abhaut. Die Bahn fährt los. Da erhebt sie auch schon ihre Stimme. „Morgen! Die Fahrscheine bitte mal zur Kontrolle!“ Bin zum ersten Mal an diesem Tag verwundert. Seit wann geht das auch mit „Bitte“? Stelle fest das die Damen ein eigenartig süffisantes Grinsen im Gesicht haben. Sie ziehen unbeirrbar von potentiellem Schwarzfahrer zum nächsten. Mir gegenüber sitzt ein älterer Mann, man kann auch sagen alter Sack, das trifft es eher. Der rutscht ziemlich unruhig hin und her. Gucke schon mal ob der so ein Opfer-Stempel auf der Stirn trägt. Da ist sie auch schon die nette Dame. Der Opa intensiviert noch mal kurz sein verzweifeltes Suchen, hört dann aber auf und gibt’s sich seinem Schicksal hin. Die Dame grinst ihn an, überlegt kurz und wendet sich dann an den jungen Mann neben dem Opa. „Hilf doch mal dem Opa mit deinem Fahrschein aus! Heute bin ich gut drauf, da können die Fahrscheine abgearbeitet werden. Ich will nämlich FICKEN! Aber der is mir eindeutig zu alt! Das grenzt dann doch schon an Leichenschändung!“ Hoppla denk ich. Was das denn. Zu viel gekifft, zu viel gesoffen. Und dann die Frage die oder ich? Andererseits, so unansehnlich sind die Damen nicht und so pi mal Daumen würde ich auch denken nicht älter als … alt alt genug. Also ein allzu verlockender Gedanke. Biete mich auf die Schnelle und ganz spontan an dem alten Sack mit meinem Fahrschein auszuhelfen. Gesagt getan. Ernte dafür noch ein paar aufmunternd und ich muß auch zugeben ziemlich neidvolle Blicke diverser Herren. An der nächsten Station steige ich mit aus und die Damen entern eines der leerstehenden Stationsansagerhäuschen oder wie immer man das nennt. In dem befindet sich ein großes Bett. Der Begriff Spielwiese wäre hier auch nicht von der Hand zu weisen.
Der Tag kann so schön anfangen. Vor allem wenn man nicht mit sowas rechnet. Die eine der Damen fängt schon mal an sich auf der Spielwiese zurecht zu drapieren während die Andere noch mal kurz in dem zu meiner Überraschung da zu seienden Bad verschwindet. Ich hingegen warte auf die nun folgende Strafaktion. Allerdings nicht ohne ein bisschen Freude darauf. Als sie nach einem kurzen Moment wieder hinaus will, klemmt die Tür. Sie klopft. Sie klopft nochmal, aber das klopfen klingt irgendwie komisch. Is mehr so ein Klingeln. Ein komisches Klingeln. Ein merkwürdiges Klingeln. Eines das ich irgendwo schon mal gehört habe. Habe keine allzu guten Erinnerungen an den Ton. Er ähnelt… Er hört sich an wie… Er klingt wie… wie mein Wecker! Es ist mein Wecker! Scheiße! Scheiß Traum. Nie wieder Volksmusik. Nie wieder vorm Schlafen gehen. Und erst recht keine Pornos! Und wenn dann nicht ohne vorher mindestens 5,6 Promille zu haben.
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ich wusste gar nicht, dass Du eine lyrische Ader hast. Mach mal weiter so, dann löst Du vielleicht bald mal den Ahne ab ;-)
LG Anja